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KLAK-Impulse
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"Lebendig und kräftig und schärfer"
Das Wort Gottes heute
Hrsg. Klara Butting, Gerard Minnaard, Wolfgang Raupach, Ursula Rudnick
Vorwort
Lebendig und stärker und schärfer, so lautet die Losung des Deutschen Evangelischen Kirchentags 2007 in Köln. Die Worte stehen im Hebräerbrief 4,12. Der ganze Vers lautet: Denn das Wort Gottes ist lebendig, wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert. Damit hat der Kirchentag sich eine schwieriges Motto gewählt und das in zweierlei Hinsicht.
Die Losung bezieht sich auf das Wort Gottes. Das ist in der Losung selbst nicht unmittelbar klar. Ja, es ist anzunehmen, dass die wenigsten Menschen beim Hören der Losung spontan an das Wort Gottes denken werden. Sie werden sie vielmehr mit dem Kirchentag bzw. der Evangelischen Kirche in Verbindung bringen. Die Verantwortlichen des Kirchentags haben sich bewusst für diese Vieldeutigkeit ausgesprochen. Sie erhoffen sich von der Losung ein offenes Gespräch, das vielleicht bei uns anfängt, aber im weiteren Verlauf unweigerlich auch das Wort Gottes zu Sprache bringen wird. Außerdem sind die Worte des Hebräerbriefes ein Gerichtswort und zwar ein Gerichtswort, das an die Kirche gerichtet wird. Die Losung will also nicht "gewaltig missionieren", sondern sie sucht das ernste Gespräch in den eigenen Reihen. Trotzdem hat ein Text eine Oberflächenwirkung und eine Tiefenwirkung, und in vielen Fällen siegt die Oberflächewirkung. Das wäre in schlechtestem Fall eine militante Profilierung des christlichen Glaubens. Diese Gefahr ist nicht abwegig, denn die Evangelische Kirche fühlt sich zurzeit, in einem multikulturellen bzw. multireligiösen oder zum Teil auch atheistischen Umfeld, unter großem Profilierungsdruck.
Die zweite Schwierigkeit der Losung besteht in der Wirkungsgeschichte des Hebräerbriefes. Die vielen vergleichende Komparative des Briefes (stärker, größer, wirksamer) wurden von einem Christentum aufgegriffen, dass sich auf Kosten des Judentums profilieren wollte. Die Auseinandersetzung mit dieser antijudaistischen Wirkung ist der Kirche aufgegeben , deren Schwierigkeit auch in den Beiträgen dieses Buches deutlich wird. Das Bewusstsein, dass wir es mit einem ernsten Problem zu tun haben, mit dem wir uns als Christen und Christinnen intensiv auseinandersetzen müssen, ist ihnen allen gemeinsam. Zu einer gemeinsamen Lösung kommt es dabei jedoch nicht.
Jonathan Magonet warnt in seinem Beitrag sowohl vor der antijudaistischen Wirkungsgeschichte des Hebräerbriefes (die seiner Meinung nach bereit im Hebräerbrief selbst anfängt) als auch vor der gegen andere gerichtete Schärfe der Losung. Wir haben seine warnenden Worte als Anstoß am Anfang des Buches gestellt. Auf Anstößiges wird aufmerksam gemacht, und ein Gespräch wird angestoßen. Wir hoffen, dass die Texte, die wir in diesem Buch vorlegen, für das Gespräch über die Kirchentagslosung hilfreich sind.
Klara Butting, Gerard Minnaard, Wolfgang Raupach, Ursula Rudnick
Inhalt
ANSTOSS
Eine jüdische Stimme zu Hebräer 4,12
Jonathan Magonet
STIMMEN ZUM HEBRÄERBRIEF
Die Kirchentagslosung und der Hebräerbrief
Jürgen Kegler
Der Hebräerbrief- nicht antijudaistisch gelesen
Ursula Rudnick
Jesus der Hohepriester
Rainer Kessler
Volk Gottes und neuer Bund im Hebräerbrief
Gudrun Holtz
Jesus und das Wort Gottes
Elke Tönges
LEBEN MIT DEM WORT GOTTES
Schärfer als ein zweischneidiges Schwert.
Das Wort Gottes und die Bibel
Klara Butting
Zur Geschichte christlicher Gewalt
Martin Stöhr
Durch Mark und Bein. Mitten ins Herz.
Mit Dichter/innen im Gespräch zur gewaltigen Macht des (Gottes-)Wortes
Magdalene L. Frettlöh
Scharfkantige Texte in der muslimischen Tradition
Hamideh Mohagheghi
Gedankensplitter zu der Frage: Wer sind wir denn?
Christian Staffa
Mit Karl Barth über die Kirchentagslosung nachdenken
Andreas Pangritz
Christen sind Muslims mit Hut
Marion Keuchen
Predigt zu Jeremia 23, 16-29*
Jürgen Reichel-Odié
Lebendig und kräftig und schärfer
Elisabeth Raiser
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